Selbstoptimierung und Frühaufsteher
MussiMuss ich kurz erzählen: Wie kam es zu diesem Artikel…?
Es war ein Novembertag im Jahr 2021… November! Da kommt von vielen oft ein herzhaftes „Wahhhh!“ „Und es ist bald DEZEMBER! WAHHHHHHH!“
Kennst du solche Sätze von dir:
- Wahnsinn, was gerade wieder rundherum abgeht… Ich komme zu NIX!
- Das Jahr ist quasi schon um. Gottseidank. Nächstes Jahr wird alles anders.
- Ich wollte dieses Jahr ja eigentlich, aber ich hab nicht… mich um eine nachhaltig gesündere Ernährung gekümmert, abgenommen, mehr Sport gemacht,…? Oh. Ähm. Naja. Das war dann wohl nix.
- Lasst mich in der Früh einfach in Ruh bitte, ich brauch erst mal…
- Jössas, der Weihnachtswahnsinn geht bald wieder los, bitte liebes Christkind, teleportiere mich einfach an den nächsten Strand…
Selbstoptimierung ist etwas Negatives…?
Aus allen Ecken kommen gegen Ende des Jahres diese und ähnliche Meldungen… Und ich sage WURSCHT! EGAL! Das ist quasi schon Vergangenheit, und du kannst es JETZT besser machen.
Darum poste ich häufig motivierende (zumindest denke ich das 😉) Quotes von berühmten und bekannten und erfolgreichen Persönlichkeiten. Für mich und für dich. Darum arbeite ich auch an mir, versuche mich zu optimieren, zu verbessern, körperlich, geistig, mental, … damit ich es dir auch weitergeben kann. Ich bin der Meinung, es ist wunderbar, wenn jemand sich verbessern oder optimieren will. Ich finde Selbstoptimierung super! SELBST, wohlgemerkt. Wenn ICH das will und es mir Spaß macht und was bringt. Und da gabs dann eine fast „heiße“ Diskussion unter einem meiner vermeintlich motivierenden und aktivierenden Postings. Ich schrieb:
Early to bed and early to rise, makes a man healthy, wealthy and wise.
Benjamin Franklin
Und:
Early to bed and early to rise, makes a woman healthy, happy, wealthy and wise.
(me… 😉)
Huiiiii! Das hat ein paar aufgeregt.
- Das übe Druck aus.
- Frühaufsteher, dass wäre eine typische „preußische“ Tugend, die vor allem Frauen unter Druck setze… etc.
Der Begriff Selbstoptimierung fiel da ebenfalls als durchaus negativ besetzt.
- Von Eulen und Lerchen war die Rede, und dass Eulen auf jeden Fall FIX und FÜR IMMER Eulen sind, die sich nicht verbiegen sollten.
- Und die Arbeitswelt und die Schulwelt… das passt ja nicht für die armen Eulen.
- Und das darin das versteckte Vorurteil (meinerseits, also ich als so ein unangenehm gut gelaunter Frühaufsteher) stünde, dass Langschläfer faul wären.
Na servas. So viele negative Gedanken zu meinem vermeintlich harmlosen Posting. Jedenfalls musste ich dann über Selbstoptimierung nachdenken…
Selbstoptimierung ohne Druck und Zwang
Habe ich vielleicht tatsächlich dieses Vorurteil…?
Schließlich sind wir ja alle nicht davor gefeit, irgendwo und irgendwie Vorurteile zu haben, zu verallgemeinern…? Also schau ma mal, was ich in der Praxis sehe:
- Ich habe KundInnen, die spielen („zocken“) bis spät in die Nacht Videospiele, haben Schwierigkeiten in der Früh aus den Federn zu kommen – also Schlafmangel! Und nein, die sind nicht faul und undiszipliniert, im Job sind sie extrem fleißig und diszipliniert! (Ok, ich gebe zu, für mich als Nicht-Spielerin ist das nicht wirklich verständlich.)
- Ich habe KundInnen, die kommen nach der Arbeit nach Hause, essen, machen den Haushalt, helfen den Kindern bei den Hausaufgaben und sind dann so k.o., dass sie nur noch aufs Sofa fallen und bis 3 Uhr „fernschlafen“. Und sie kommen in der Früh nur mäßig erholt aus den Federn. Nein, die sind nicht faul und undiszipliniert… Das ist Schlafmangel, bzw. das Fehlen von tatsächlich erholsamen Schlaf, weil keine gute Abendroutine da ist.
- Ich habe viele KundInnen, die einen sehr ungünstigen Mahlzeitenrhythmus und schlechtes Timing haben, und daher keinen erholsamen Schlaf und keine Produktivität am Morgen. Das ist eine Art Teufelskreis.
Viele davon sind keine „echten“ Eulen, sondern leiden schlicht an Schlafmangel/Erholungsmangel und am Alltag (und ja, oft auch an unpassender Ernährung). ABER – wenn Frau/Mann will, dann kann das mit oft kleinen Maßnahmen auch zum Positiven verändert werden. Ohne, dass man sich komplett verbiegt, ohne, dass die wahre, innere Uhr leidet. Und plötzlich geht was weiter, man ist produktiver und weniger „beschäftigt“…
Mir geht es also darum aufzuzeigen, dass wir (und da nehme ich mich wirklich nicht aus) Zeitfresser haben, ungünstige Routinen haben, die man identifizieren und entschärfen kann, um dann mehr Zeit für das oder die eigentlichen Ziele zu haben. Mir geht es auch darum Aufzuzeigen, dass SCHLAF so wichtig ist für unsere Gesundheit, dass stundenlanges am PC spielen und Fernsehen und Mindless Scrolling für unser Gehirn KEINE Erholung ist, im Gegenteil. Es geht daher nicht unbedingt darum, seinen Biorhythmus komplett umzupolen, sondern eher um…, ja, um Verbesserung, Optimierung.
Und…
Ich habe KundInnen, die erkannt haben, dass, wenn sich etwas ändern soll SIE etwas ändern müssen.
- Zum Beispiel 1h früher den Fernseher abdrehen, ins Bett gehen um am Morgen erholter zu sein. Um ein Projekt weiterzubringen, welches das auch immer ist. Dass sie etwas investieren müssen.
- Ich habe KundInnen, die erkannt haben, dass es ihnen etwas bringt und gut tut, wenn sie früher zu Bett gehen, weil sie dann auch 30min früher aufstehen können und ME-TIME haben. Mehr Zeit für gesunde Ernährung, für einen entspannten Start in den Tag.
Also JA, JA, JA! Wenn du es WILLST dann optimiere dich, verändere dich, verbessere dich, lerne, probiere Neues aus, verändere deinen Alltag, deine Abläufe, deine Gewohnheiten, so, dass du deine Ziele erreichst, du dich gut fühlst und erfolgreich bist. ROCK IT!
Und wäre ich nicht davon überzeugt, dass JEDE/R die/der wirklich WILL an sich arbeiten kann, um sich zu verbessern, könnte ich nicht Diätologin, Ernährungsberaterin sein.
Klar, das kann auch in die Hose gehen, das mit der Selbstoptimierung.
Mir war es bisher gar nicht bewusst, muss ich sagen, dass viele Menschen mit diesem Begriff so viel Negatives verbinden. In meinem Kopf ist es etwas Positives. Mann/Frau kannst übertreiben, sich zu viel Druck machen (lassen), HÖHER! WEITER! SCHÖNER! BESSER! PERFEKT! Wie definierst du deine Zufriedenheit, dein Glück, deine Selbstoptimierung? Ist das überhaupt deins, oder doch der Druck von außen? Das macht auf Dauer krank, damit kann man sich auch wunderbar selbst schädigen.
Jedenfalls hat mich die Diskussion unter dem Beitrag dazu angeregt darüber nachzudenken und auch eine kleine Googlerei zu machen. Tatsächlich! Der Begriff ist eher negativ besetzt. Die Duden Erklärung zur Bedeutung klingt sogar eher – wäh. „jemandes [übermäßige] freiwillige Anpassung an äußere Zwänge, gesellschaftliche Erwartungen oder Ideale u. Ä.“ Spannend! Im Zuge meiner Googlerei bin ich auch auf einen Blog dazu gestoßen, den ich toll finde, schau gern mal HIER.
Jedenfalls, ein super spannendes Thema in SUMME, die Sache mit den Eulen und Lerchen, und den x Typen die dazwischen liegen, und den Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Gesundheit… Dazu wird es vielleicht noch Beiträge von mir geben in Zukunft…
Inzwischen: Viel Spaß und gute Erkenntnisse bei der Selbstoptimierung!

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Ich bin Birgit, Diätologin „der anderen Art“, manchmal frech, und mit Leidenschaft bei den Themen gesund und fit älter werden & jung und fesch bleiben für Frauen 40 plus. Ja, wenn du ein Mann bist und deinen Lebensstil umkrempeln willst, bist du auch herzlich willkommen!
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