Wie funktioniert die Verdauung?

„Wie funktioniert die Verdauung“ werde ich in den Beratungen selten so konkret gefragt. Aber es ist nötig, darüber zu sprechen! Gefühlt jeder und jede 2. hat ein Darmproblem. Oft massiv. Schnell geht es um Reizdärme, um Unverträglichkeiten und Gluten, bevor noch darüber nachgedacht wird, was wir unseren Verdauungsorganen mit unsrem Essverhalten antun.

In diesem Blog Artikel erzähle ich dir ein bisschen etwas über die Verdauung, den Verdauungsweg und das Kauen! Diese „Stationen“ werden in beschrieben: Kopf, Mund, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Leber und Bauchspeicheldrüse, Dickdarm – und zu guter Letzt das was im Klo landet.

Bereit? Es startet mit einem Gedanken…

Wie funktioniert die Verdauung – die Stationen

Der Kopf. Jepp, die Verdauung beginnt im Kopf. Kein Scherz!

Man nennt das auch die nervale oder kephale Phase, kephal, von Kopf. Dabei geht es um Steuerungsprozesse, die im Gehirn ablaufen und den Verdauungstrakt schon auf die kommende Arbeit, die er zu leisten hat vorbereitet.

Wir SEHEN ein Bild von einer köstlichen Mahlzeit. Wir RIECHEN den Duft des frischen Brotes, wenn wir beim Bäcker vorbeigehen. Wir HÖREN das knuspern und krachen der Kruste (von was auch immer). Und was macht das mit uns? Du kennst das sicher, das Wasser läuft dir im Mund zusammen. Außerdem wird bereits die Produktion der Magensäure angekurbelt und die Bauchspeicheldrüse macht sich startklar.

Das alles ist GUT! Das ist bereits die Vorbereitung der Verdauung! Also ist es auch schön, sich aufs Essen zu freuen, die Zubereitung der Mahlzeit mit allen Sinnen zu genießen, wann immer das möglich ist. Auch das Zubereiten der Mahlzeit, das kochen, braten, dünsten… ist Verdauung. Wir als Menschen sind in der Lage, und es ist auch wichtig für unsere Gesundheit, dass wir unsere Nahrung zubereiten, also vorverdauen können. Immer nur Rohkost ist auch nicht ideal.

Die nächste Station ist der Mund.

Hier gleich mal eine kleine Erinnerung daran, dass wir unsere Zähne aus einem GRUND haben. Achtet gut auf eure Zähne!

Im Mund beginnt die mechanische Zerkleinerung der Nahrung durch die? Zähne! Dabei wird die Nahrung auch mit Speichel durchsetzt, der aus den verschiedenen Drüsen im Mund kommt. In diesem Speichel sind ein paar spannende Sachen drin. Alpha Amylase/Pytalin, das die komplexeren Kohlenhydrate schon mal grob zersetzt. Lysozym das leicht antimikrobiell wirkt, Zungengrundlipase die das Fett schmilzt. Eine sehr wichtige Station! Gewöhne dir an besser zu Kauen. Ja, das ist nicht immer leicht im hektischen Alltag, aber darum schreibe ich das hier ja, und darum macht die liebe Cora die passende Videoreihe dazu. Du kannst die Videos auf ihrer Facebookseite ansehen.

Ziel der ganzen Kauerei ist es, dass ein einigermaßen homogener Nahrungsbrei durch die Speiseröhre runter in den Magen rutscht. Und das geht eben am Besten, wenn die Nahrung gut zerkleinert und zermahlen wurde und mit ordentlich Speichel mitsamt den wichtigen darin enthaltenen Enzymen durchsetzt ist. Wenn du nicht ordentlich kaust, dann fällt das Schlucken schwerer, es drückt und kratzt in der Speiseröhre, du musst mit viel Flüssigkeit nachspülen… eine unangenehme Geschichte!

Noch ein wichtiger Hinweis: Das Kauen macht auch was mit der Sättigung, nämlich eine bessere. Man isst dadurch langsamer, dass bedeutet man hat Zeit die Sättigungssignale auch zu empfangen, und das Kauen selbst produziert auch Sättigungssignale. Einfach ausgedrückt, stimmt aber trotzdem.

Die Speiseröhre, fast langweilig. Aber nur fast!

Wenn man es sehr einfach betrachtet, dann ist ja unser Verdauungsweg ein Schlauch. Das eine Ende ist der Mund, das andere Ende der A… Anus. Und was ich ja sehr spannend finde, das ist eigentlich „Aussenwelt“. Der ganze Schlauch liegt zwar in uns drin, aber ist wie unsere Haut eine Kontaktfläche zur Aussenwelt, geschützt durch eine spannende, wichtige, wunderbare Schleimhaut die uns davor bewahrt, dass irgendwas Ungutes wirklich in uns hineinkommt.

So, aber jetzt zum Ösophagus, der Speiseröhre! Dieser Teil des Schlauches transportiert den Nahrungsbrei in den Magen. Die Muskeln kontrahieren und entspannen und verursachen so eine Art Wellenbewegung (die Peristaltik). Wir können auch Kopfüber schlucken, so stark ist die Speiseröhre. Am oberen Ende ist der obere Ösophagus Sphincter (Schließmuskel), am unteren Ende zum Magen hin der untere Ösophagus Sphincter. Der macht oft mal Probleme, wird ein bissl schlapp und lässt saueren Mageninhalt in die Speiseröhre. Das verursacht das „Sodbrennen“. Mit gutem Kauen und einer gesunden Ernährung und noch ein paar Tricks kann man da aber meistens was machen! Die Speiseröhre ist mit einer stabilen Schleimhaut ausgekleidet, die zum Schutz dient und die Gleitfähigkeit des Nahrungsbreis verbessert. Enzymatisch passiert hier nix.

Der Magen. Der heißt übrigens auch Gaster.

und kann beispielsweise an Gastritis leiden, der Magenentzündung. Überall wo hinten „itis“ dransteht, ist eine Entzündung im Spiel. Bitte schreib meinen Nachnamen richtig… ;)

Die Magenphase oder auch gastrische Phase der Verdauung beginnt, wenn der Nahrungsbrei den Magen erreicht. Das Magensackerl füllt sich, dehnt sich, bewegt sich und vermischt und vermahlt den Nahrungsbrei mit weiteren Substanzen. Das Wichtigste ist die Magensäure, eine ätzende Mischung aus Wasser und Salzsäure. Diese hat neben der weiteren Verarbeitung des Verdauungsbreis auch noch eine wichtige „Desinfektionsfunktion“! Da müssen schon hartnäckige und viele Bakterien daherkommen, dass ein paar diesen aggressiven Saft überstehen und dann Durchfall verursachen können. Drum brennts auch in der Speiseröhre, denn der Magensaft verätzt die Schleimhaut! Im Magen passiert im Gegensatz zur Speiseröhre wieder Einiges:

  • Magensaft, Salzsäure (aus den Belegzellen, diese produzieren auch den Intrinsic Factor, an diesen muss B12 aus der Nahrung gebunden werden um aufgenommen werden zu können).
  • Magenlipase, grobe Aufspaltung der Fette nach etwas Emulgierung im Mund (das macht die Fette angreifbar für die Verdauungsenzyme).
  • Aktivierung von Pepsinogen zu Pepsin (kommt aus den Hauptzellen) für die grobe Spaltung der Proteine.
  • die Salzsäure denaturiert das Eiweiß und macht es so angreifbar für die weitere Verdauung weiter unten, grob wird das Eiweiß schon vom Pepsinogen aufgespalten.
  • Die Alpha Amylase des Speichels wird durch die Salzsäure deaktiviert, mit KH passiert hier nichts.

Wenn hier nun grobe Brocken im Magen landen, weil man nicht ordentlich gekaut hat, dann können diese Prozesse da nicht so „durchdringend“ wirken. Das macht dann auch in der nächsten Station Probleme. Abgesehen davon, dass dann alles viel länger im Magensackerl bleibt, Völlegefühl, Aufstoßen, Druckgefühl und Sodbrennen auslösen kann.

Der Dünndarm, oder der lange Dünne.

Also der lange Dünne ist eine Schönheit, das muss an der Stelle mal gesagt werden. Rosig, „wuschelig“ durch die vielen Zotten und insgesamt geradezu ein Wunderwerk! Nachdem der Pförtner, der Schließmuskel am Ende des Magens den Nahrungsbrei portionsweise in den Dünndarm lässt, wird durch die Darmperistaltik, du weißt schon, diese Wellen und Schaukelbewegungen der Nahrungsbrei durch den Dünndarm durchtransportiert. Die „Teile“ des Dünndarms heißen Duodenum, Jejunum und Ileum. Das macht der Dünndarm:

  • Sobald Fett in den Dünndarm gelangt stimuliert dies das Hormon Cholecystokinin, dieses stimuliert wiederun die Bauchspeicheldrüse dazu Pankreaslipase auszuschütten und die Leber Gallensäure/-salze auszuschütten um die Fette emulgieren und zu spalten
  • In Folge kommt es zur sogenannten Mizellenbildung, Chylomikronenbildung (das lass ich jetzt einfach mal so stehen, sonst wirds gar kompliziert) und Abgabe dieser Fettpakete ins Lymphsystem. Die kurz- und mittelkettigen FS gehen direkt ins Pfortaderblut.
  • Für die Proteine wird vom Pankreas (der Bauchspeicheldrüse) Trypsin und Chymotrypsin ausgeschüttet um diese weiter zu zerlegen.
  • Für die Kohlenhydrate wird Pankreasamylase ausgeschüttet, um diese in die kleinsten Bestandteile zu zerlegen.
  • Aus dem Bürstensaum (das ist sozusagen das Gewuschel auf dem Gewuschel) kommen diverse Bürstensaumenzyme: Laktase, Saccharase, Maltase, Isomaltase, Proteasen, Peptidasen… Aus den Namen lässt sich ableiten, wofür sie zuständig sind.

Jetzt stell dir mal vor, dakommen jetzt im Nahrungsbrei so Brocken daher…

die nicht gescheit gekaut (Mund), nicht ordentlich durchwalkt (Magen) sind. Dann kommen auch hier die vielen verschiedenen Substanzen und Enzyme nicht so wirklich ran an die Geschichte. Sprich, die Verdauung und Resorption wichtiger Nährstoffe klappt nicht ordentlich, es bleibt was liegen. Und dann müssen diese Arbeit die Bakterien übernehmen, auch später dann im kurzen Dicken. Und diese Bakterien machen halt gerne Wind!

Wenn allerdings alles so funktioniert wie es soll dann…

werden über die gesamte Strecke des Dünndarms Zucker, Aminosäuren, Peptide, Fettsäuren, Salze, Spurenelemente und Vitamine resorbiert. Besonders intensiv ist im Duodenum die Aufnahme von Kalzium und Eisen, im Jejunum die Aufnahme von Monosacchariden und Aminosäuren, im Ileum die Aufnahme von Gallensalzen, Magnesium und Vitamin B12. „Spezialisiert“ ist das Jejunum für die Aufnahme von kurzen (Di-, Tri-)Peptiden, Vitamin C und Phosphat und das Ileum für die Aufnahme von Vitamin B12 und die Rückresorbierung von Gallensäuren (enterohepatischer Kreislauf) zur Wiederverwendung.

Wie funktioniert die Verdauung – wichtige Drüsen

Pankreas (Bauchspeicheldrüse), die kriegt da jetzt mal einen Extra Punkt…

Die Bauchspeicheldrüse hat eine sogenannte „exokrine Funktion“, das heißt sie schießt Substanzen raus in den Dünndarm. Dazu gehören Verdauungssäfte wie Chymotrypsin, Trypsin / Amylase / Lipase und auch der Bicarbonatpuffer zur Neutralisation der Salzsäure aus dem Magen. Denn die Schleimhaut des Dünndarms ist nicht dafür ausgelegt, die Salzsäure zu verkraften. Dann gibt es eine sogenannte „endokrine Funktion“, das bedeutet, die Bauchspeicheldrüse schickt die Hormone Insulin und Glukagon in den Blutkreislauf um da wichtige Dinge zu erledigen. Das Insulin soll den Zucker aus dem Blut in die Zellen transportieren und ist unser „aufbauendes“ (anaboles) Hormon, ohne dieses können wir nicht leben. Das Glucagon ist der Gegenspieler und sorgt dafür, dass unser Körper Energie frei machen kann, wenn wir keine Nahrung zuführen. Die beiden spielen wunderbar zusammen, es sei denn wir überfressen uns permanent, oder snacken uns ständig durch den Tag.

Die Leber.

Was macht die Leber? Sie produziert die Galle (Gallensäuren, Wasser, Schleim, Bilirubin, Cholesterin, Lezithin), die dann in der Gallenblase gespeichert und eingedickt wird. Gebraucht wird diese Flüssigkeit für die Fettverdauung. Gebildet wird sie unter Anderem mit Cholesterinbausteinen. Da hätten wir also auch eine Funktion des „bösen“ (not) Cholesterins. Wenn das Gallenblasensackerl entfernt wird, weil Steine drin sind, dann fällt der Speicher weg, aber die Gallensäure wird immer noch produziert. In der Regel ist nach einer kurzen „Gewöhnungsphase“ wieder alles ok mit der Fettverdauung. Übrigens, hast du eine Idee, wie viel Verdauungsflüssigkeiten und Co über den Tag gebildet werden?

  • ca. 1-1,5l Speichel
  • ca. 0,5 l Galle
  • 2l Magensaft
  • 2l Bauchspeicheldrüsensekret
  • 2l Dünndarmsekret

Die Leber ist so ein extrem wichtiges Organ für uns, dass sie sogar nachwachsen kann. Also komplett neu nachwachsen nicht, aber sie ist das einzige Organ in unserem Körper dass die Fähigkeit zur Geweberegeneration hat. Also wenn man ein Stückerl wegschneidet, wächst das innerhalb von 6 Monaten wieder nach (bitte wieder sehr einfach ausgedrückt) und wenn sie krank wird, zum Beispiel durch zu viel Fett, kann sie auch wieder gesund werden. Meistens. Sie ist unser Entgiftungsorgan.

Wie ein Schwamm nimmt sie alles an Giften und Schadstoffen aus der Nahrung auf, auch den Alkohol zum Beispiel und hackelt sich den Arsch ab, um die schädlichen Substanzen zu neutralisieren und zur Ausscheidung zu bringen. Sie ist auch unser Energie und Baustoff Umwandlungsorgan!

Die Leber nimmt die Nährstoffe die über die Pfortader heineinkommen auf, speichert in ihren Zellen Zucker (Glykogen), Fett, Eiweiß und Vitamine und gibt das alles auch wieder her, wenn es gebraucht wird. Außerdem kann sie den gespeicherten Zucker und den überschüssigen Zucker in Fett umwandeln, was auch tricky sein kann… (Stichwort Fettleber). Aus Eiweiß (Proteinen) bzw. den kleinen Bausteinen (Aminosäuren) stellt die Leber wichtige Spezialproteine her. Gerinnungsfaktoren, die das Blut bei Verletzungen gerinnen lassen, CRP, das eine wichtige Rolle bei Entzündungen im Körper spielt, Proteine zum Transport von Fetten, Hormonen, ….

Der Dickdarm, der kurze Dicke.

Also sooo kurz ist er ja nun auch wieder nicht, ca. 1 bis 1,5m, das ist von Person zu Person unterschiedlich. Aber im Vergleich zum Dünndarm (5-6m) ist er halt schon kurz. Und dicker. Und hat völlig andere Funktionen.

Der Dünndarm soll weiter zerlegen und die wertvollen Nährstoffe aufnehmen (resorbieren), der Dickdarm verarbeitet die Reste. Er holt sich noch Wasser und Elektrolyte aus dem Restbrei und dickt ihn ein. Natürlich ist er dann auch noch für die Ausscheidung zuständig. Er ist dick und „muggelig“, und sorgt für eine gut geformte Wurst. Hoffentlich. Wenn du ordentlich isst und kaust und genug trinkst und Ballaststoffe isst. Sonst hat ers schwer. Und du auch!

Im gesamten Darm haben wir viele verschiedene Mitbewohner, Bakterien aller Art. im Dickdarm sinds allerdings besonders viele. Sie kümmern sich um die Ballaststoffe, die du hoffentlich mit viel Gemüse, und/oder auch mit ein bissl Vollkornzeugs und Körndln zuführst. Aus den Ballaststoffen produzieren die Bakterien noch ein paar Vitaminchen und kurzkettige Fettsäuren die dann den Enterozyten, den Darmzellen zur Verfügung stehen und sie gesund und fit halten. Übrigens haben diese kurzkettigen Fettsäuren auch eine entzündungshemmende Wirkung!

Ballaststoffe und so weiter

Wenn du dem Dickdarm etwas Aufmerksamkeit schenkst, in dem du ausreichend trinkst, Ballaststoffe zuführst und diese bitte auch gut kaust, dann hilfst du ihm bei der Arbeit. Er dankt es dir mit einer regelmässigen und leichtgängigen Verdauung, und das mit den Pupsen und Blähungen hält sich auch in Grenzen. Hier habe ich eine kleine Liste für dich, welche Ballaststoffe für einen fitten Darm sorgen:

Gemüse aller Art, besonders:

  • Topinambur, Artischocke, Schwarzwurzel, Chicoree, Lauch, Pastinaken, Zwiebel, Knoblauch – Inulin
  • Haferflocken, Haferkleie, Gerste, Pilze und Schwammerl – Beta Glucan
  • Ausgekühlte gekochte Kartoffel, Nudeln, Reis… – resistente Stärke
  • Kohlgemüse aller Art

Obst:

  • Trockenfrüchte, Pflaumen…

Hülsenfrüchte:

  • Linsen, Bohnen, Erbsen, Kichererbsen

Getreide und Verwandte:

  • Vollkornprodukte, Naturreis, Quinoa…

Eine Extra-Ladung Ballaststoffe ins Müsli packen:

  • Leinsamen geschrotet
  • Haferkleie
  • Weizenkleie
  • Flohsamenschalen
  • Nüsse und Saaten

Ballaststoffe plus Probiotika!

  • Sauerkraut
  • Kimchi
  • Milchsauer eingelegtes Gemüse
  • Kefir, Wasserkefir
  • Kombucha
  • Miso
  • Tempeh
  • Natto
  • Apfelessig

Eine super natürliche Verdauungshilfe (Affiliate Link) sind die Laxplums von der „grünen Pflaume“. Das ist schon ein geniales Produkt. Übrigens ein kleiner Familienbetrieb!

Die Toilette.

Ok, natürlich ist die kein Teil unserer Verdauungsorgane, aber sie ist ist die Endstation und was da drin liegt, zeigt uns viel!

Wenn du kein Plumpsklo hast (Tiefspüler), sondern einen Flachspüler, dann liefert dir ein Blick auf die Wurst, bzw. auf den Verbrauch an Toilettenpapier noch ein paar wichtige Hinweise… Idealerweise kommt da am Ende ganz geschmeidig und ohne Qual eine einigermaßen glatte Wurst raus, und du brauchst wenig bis kein WC Papier. Knallharte Bemmerl und kuhfladenähnliche Konsistenzen sind ein Hinweis darauf, dass was nicht passt:

  • Trinkmenge (zu wenig, Verstopfung)
  • Bakterien (die unguten überwiegen)
  • Ernährung (zu wenig Ballaststoffe, Gemüse, …)
  • Unverträglichkeiten, Allergien
  • Stress
  • Grobe Fehlernährung (Mengen, ungünstige Lebensmittel)
  • Alkohol
  • Organische Ursachen (Probleme mit …)

Übrigens gibt´s da so eine lustige Skala… und ich habe sogar zur Wurst einen eigenen Blog-Artikel.

So, Ende, denn das soll ja jetzt kein Medizinbuch werden, und ich bin auch kein Arzt. ABER! DU KANNST GANZ VIEL DAVON VERMEIDEN bzw. wieder verbessern, wenn du dich um deine Esskultur, ums Kauen und um eine gesunde Ernährung bemühst! Das ist halt das Dumme an der Geschichte ;) – DU hast ganz viel in der Hand.

Wie funktioniert die Verdauung – 12 Do´s and Dont´s!

12 Verhaltensweisen, die deine Verdauung beeinflussen und nichts mit dem Essen auf deinem Teller zu tun haben…

Jetzt bitte noch einmal volle Aufmerksamkeit! Denn dein Darmproblem ist möglicherweise gar kein Ernährungsproblem. Und jetzt verstehst du sicher auch besser, was ich meine, und was dein Darm mag oder nicht.

1. Das Esstempo

Dein Darm kommt nicht mit, wenn du schneller isst, als er reagieren kann. Das mit schnell essen = schlechte Verdauung ist kein Mythos. Schnelles Essen bedeutet auch weniger Kauen, es kommen gröbere Nahrungsbrocken in den Magen und auch Darm, und damit haben wir eine schlechtere Vorverdauung und weniger enzymatische Vorbereitung. Auch die Sättigungssignale kommen zu spät und man neigt zu überessen. Eine große Pizza verdrückst du schnell eher als langsam gegessen. Das alles ist eine enorme Belastung für deinen Darm. Sättigungssignale (Hormone) brauchen einfach 15-20min.
Also – langsamer essen, gut kauen, denn deine Verdauung startet im Mund und nicht im Magen. (eigentlich schon im Kopf, aber das habe ich in einem Blog-Artikel genauer ausgeführt den ich dir unten verlinke).

2. Der Stress (der Klassiker)

Unabhängig von gutem oder schlechtem Stress, dein Darm verdaut nicht, wenn dein Kopf im Alarmzustand ist. Denn bei Stress schaltet die Verdauung einfach ein paar Gänge runter. Wenn die Sympathikus Aktivität steigt, dann sinkt die Verdauungsleistung. Die Durchblutung im Darm sinkt, die Motilität also die Beweglichkeit sinkt und die Produktion und Ausschüttung von Verdauungssäften wird eingestellt. Eh klar, du kannst nicht gleichzeitig einen Säbelzahntiger niederringen und gemütlich verdauen. Darum heißt es auch rest and Digest vs. Fight or flight.
Schau das du vor dem Essen ein bisschen runterkommst. Kleine Entspannungs- und Atemübungen helfen wirklich. Und bitte, plane dir Essenspausen als Fixpunkte in deinen Kalender ein.

3. Die Uhrzeit / Chronobiologie

Dein Darm hat so etwas wie Öffnungszeiten, einen circadianen Rhythmus. Das bedeutet zu bestimmten Zeiten ist er aktiver, bewegt sich mehr, es werden mehr Verdauungsenzyme gebildet und auch die Glukosetoleranz und die Magenentleerung sind besser oder schlechter. Und jetzt kommt was, was du vielleicht nicht so gerne hörst oder dir schwer fällt umzusetzen: Morgens und Vormittags läuft das alles besser, und am Abend langsamer und schlechter. Das bedeutet spätes Abendessen und snacken bis zum schlafen gehen macht dem Darm das Leben schwer und auch deinem Stoffwechsel. Mit 25 merkst du es vielleicht noch nicht so stark, aber ich verspreche dir, das kommt noch. ;)
Merke: Dein Darm hat einen Rhythmus. Spät essen = schlechter verdauen und langfristig schlecht für den Stoffwechsel.

4. Die Flüssigkeitsaufnahme

Dein Darm will wie dein ganzer Körper gut mit Flüssigkeit versorgt werden. Wenn du ständig zu wenig trinkst, kann er einfach nicht so gut arbeiten und du bekommst möglicherweise Verstopfung. Es könnte zäh werden…
Achte darauf, das du über den Tag verteilt mindestens 1,5-2l Wasser trinkst, bei trockener Luft, anstrengender Arbeit, Hitze, Kälte, Sport, Schwitzen… entsprechend mehr. Auch saftiges Essen wie Joghurts, Gemüse, Obst, Suppen helfen.

5. Das Alter

Ja auch dein Darm altert. Mit 50 verdaust du unter Umständen einfach nicht mehr so wie mit 20. Auch hier kann die Magensäure und Enzymproduktion sich verändern, weniger werden, und auch die Darmbewegungen. Es besteht also ein höheres Risiko für Blähungen, Verstopfung und auch Nährstoffmängel weil alles etwas weniger effizient abläuft. Umso wichtiger ist es, das du die anderen 11 Punkte des heutigen Videos beachtest!

6. Die Bewegung

Stundenlanges sitzen ist ein weiterer natürlicher Feind der Verdauung. Den Bewegung fördert an sich die Durchblutung und die Motilität, und wenn du dich bewegst bewegt sich dein Darm gleich mit! Bei einem sitzenden Lebensstil mit wenig Bewegung wird auch die Verdauung träger. Schon ein bisschen gehen zwischendurch und ein paar Kniebeugen können da immens hilfreich sein.

7. Der Schlaf

Der Zusammenhang ist schon fast einfach. Wenn du an Schlafmangel leidest oder schlecht schläfst, regenerierst du nicht gut, und auch nicht der Darm. Zusätzlich stresst es den Körper, das passt ihm auch nicht. Auch die gesunde Darmbarriere und das Mikroboom werden beeinflusst sowie deine Hunger-und Sättigungshormone. On Top auf die mangelnde Schlafqualität packst du dann nämlich auch noch vermehrt Hunger oder sogar Heißhunger und führst dem Darm wieder ungünstige Lebensmittel zu.
Schlechter Schlaf stresst deinen Körper und dein Darm reagiert sofort. Schütze und Pflege deinen Schlaf!

8. Die Hormone

Das betrifft jetzt stark uns Frauen. Der Zyklus beeinflusst die Verdauung teilweise heftig. Das Progesteron macht den Darm langsamer, daher geht es nach dem Eisprung häufiger in Richtung Verstopfung und wenn es abfällt, wird der Darm wieder aktiver, typischerweise rund um die Menstruation.
Tja, und dann wenn die Perimenopause und Menopause nahe rücken, spielt der Darm auch gern mit und wird irgendwie… unberechenbar.
Hilf deinem Darm, in dem du die Hinweise aus dem heutigen Video beachtest!

9. Medikamente

Wir nehmen schnell mal Schmerzmittel, Magenschoner, Antibiotika, und gut, das es diese Medikamente gibt. Aber jedes Medikament hat auch Einfluss auf den Darm. Auch Blutdruckmedikamente, Diabetes-Medikamente und mehr. Es gibt Auswirkungen auf die Magensäure bei Protonenpumpenhemmern und auf das Mikrobiom bei Antibiotika und Stoffwechselmedikamenten. Schmerzmittel greifen die Schleimhäute an… Also wenns nicht unbedingt nötig ist, und auch anders behebbar (Ernährung, Bewegung, Lebensstil) überlege, welche Medis du dir öfter mal sparen könntest. Bitte auch mal an die möglicherweise Mengen an Nahrungsergänzungsmitteln denken, die du nimmst, und welche Qualität die haben.

10. Das Toilettenverhalten

Da wird nicht viel darüber gesprochen, aber das braucht auch Aufmerksamkeit. Wenn du deinen Stuhldrang immer wieder unterdrückst, dann rächt sich das irgendwann. Der Drang, bzw Reflex wird schwächer werden, dein Körper verlernt richtig zu reagieren. Klaro, man kann nicht immer und jederzeit aufs Klo gehen, mitten im Meeting aufstehen und sagen das man mal muss, oder hat eins parat, um ein Häufchen zu setzen. Aber es muss auch nicht immer verschoben werden. Gerade in der Früh, wenn nach dem Wasser trinken, nach dem Frühstücken der Darm in Schwung kommt, hör auf ihn, und gib ihm die Zeit. Also schau drauf, das du eine gute Morgenroutine hast die das auch zulässt. Plus, wir haben mit unseren Sitz-Toiletten eine eher nicht so kackfreundliche Position, anatomisch gesehen. Für manche ist so ein Schemel unter den Füßen da sehr hilfreich.

11. Umgebung & Kontext

Das gehört auch wieder so ein bisschen in die Stress- und Entspannungsecke. Vielleicht ist es dir schon mal aufgefallen, im Urlaub, in entspannter Atmosphäre oder mit lieben Leuten am Tisch zu essen, das tut dem Darm gut. Ok, es gibt auch die, wo der Urlaub mal kurz den Darm durcheinanderbringt, aber grundsätzlich macht der Parasympathikus, also der „Entspannungsnerv“ sehr einfach gesagt, auch eine entspanntere Nahrungsaufnahme und damit auch eine entspanntere Verdauung. Es kommt also auch drauf an, ob du so zwischen Tür und Angel isst, oder bewusst und achtsam bei Tisch, ob du da Probleme wälzt oder dich in der Gesellschaft wohl fühlst.

12. Die Einstellung zum Essen

Der unterschätzte Joker sozusagen und etwas, das viele nicht so wahr haben wollen. Ja, was und wie du über dein Essen denkst, beeinflusst, wie du es verdaust. Bei negativer Erwartungshaltung und Einstellung zum Essen, und zu den Lebensmitteln die da auf dem Teller sind, fallen negative Symptome auch stärker aus, und Angst vor bestimmten Lebensmitteln kann echte Beschwerden verursachen. Wenn du also ständig denkst „Das ist super ungesund, das vertrag ich nicht, das wird mir sicher Beschwerden machen“ dann macht das was. Iss mit Genuss und ohne schlechtes Gewissen!

Achtung: Echte Allergien und Unverträglichkeiten müssen natürlich beachtet werden!

Fazit am Schluss

Ja, also wie funktioniert die Verdauung…? Am besten mit deiner Hilfe!

Hilf deinem Darm besser zu arbeiten. Er wird es dir danken in dem er besser, geschmeidiger und problemloser funktioniert. DAS spürst du, glaub mir, und es wird dir mehr Energie und Wohlbefinden geben, und langfristig bessere Gesundheit.

Schau dir die 12 Punkte aus dem letzten Abschnitt noch einmal genau an. Ich bin sicher, da ist das eine oder andere dabei, dass du besser machen kannst!

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Ich bin Birgit, Diätologin „der anderen Art“, manchmal frech, und mit Leidenschaft bei den Themen gesund und fit älter werden & jung und fesch bleiben für Frauen 40 plus. Ja, wenn du ein Mann bist und deinen Lebensstil umkrempeln willst, bist du auch herzlich willkommen!

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