Wenn die Energie nicht reicht – oder besser: Wann haben wir vergessen, das kcal Energie bedeuten?

Kalorien sind nicht der Feind, auch wenn das die Mehrheit der Damen, die ich betreue glaubt. Kalorien sind Energie! Und Energie ist das, was dein Körper braucht, um zu funktionieren. Zum Denken, Schlafen, Heilen, Muskeln und Knochen erhalten, Hormone bilden und vieles mehr.

In den letzten Wochen saßen auffallend viele Frauen bei mir in der Beratung, die offenbar von Luft und Liebe leben. Keine klassische Anorexie, aber ein Essverhalten, das seit Jahren, manchmal seit Jahrzehnten, deutlich unter dem liegt, was ihr Körper braucht. Und dann wundern sie sich über Müdigkeit, Schlappheit, schlechten Schlaf, brüchige Haare, Osteopenie, Infekte und Naschattacken, die einfach nicht aufhören wollen.

Dafür gibt es einen Fachbegriff, der den meisten nur aus dem Sport bekannt ist: Low Energy Availability, kurz LEA.

Kurz- & knackig für Dich

Darüber erfährst du in diesem Artikel: 

  • Low Energy Availability (LEA) heißt: Dem Körper bleibt zu wenig Energie für seine Grundaufgaben. Das betrifft nicht nur Sportlerinnen.
  • Viele Frauen über 40 mit langer Diätgeschichte erfüllen die Definition nicht streng, spüren aber ähnliche Folgen.
  • Heißhunger am Abend ist oft eine Reaktion auf zu wenig Versorgung tagsüber, nicht Willensschwäche oder mangelnde Disziplin!
  • Nicht jedes Symptom ist LEA. Wechseljahre, Schilddrüse, Eisen und Vitamin D gehören abgeklärt.
  • Der erste Schritt ist nicht mehr Disziplin, sondern regelmäßig und genug essen! Eiweiß, Kohlenhydrate, gesunde Fette und dazu passendes Training.
  • GLP-1-Medikamente dämpfen den Appetit und können bei jahrelanger Unterversorgung zusätzlich Muskeln, Knochen und Nährstoffversorgung belasten. Ein erwiesener Auslöser von LEA sind sie (noch) nicht.

PS: Alle Bilder sind von meinen Mahlzeiten, die ich mir selbst koche. Gesund, ausgewogen, auch mal süß und deftig, und immer genussvoll!

Topfensouffleé mit Mango

Who the F… is LEA? Was ist REDs?

LEA = „LOW ENERGY AVAILABILITY“, bedeutet übersetzt niedrige Energieverfügbarkeit. Gemeint ist: Nach Abzug dessen, was du durch Bewegung und Training verbrauchst, bleibt dem Körper zu wenig Energie für seine grundlegenden Aufgaben übrig.

Der Körper hat nämlich eine Prioritätenliste. Zuerst kommen Herzschlag, Atmung und Gehirn. Danach alles, was gerade nicht lebensnotwendig ist: Fortpflanzung, Knochenaufbau, Immunabwehr, Haare und Nägel, Verdauung, Stimmung. Wenn die Energie knapp wird, wird dort gespart.

Beschrieben wurde das ursprünglich bei Leistungssportlerinnen. Dort spricht man von REDs (Relative Energy Deficiency in Sport), also vom Syndrom, das aus LEA entstehen kann. Mechanistisch macht der Körper aber nichts anderes, wenn die Energie nicht durch zu viel Training, sondern durch jahrelanges knappes Essen fehlt.

Der Vollständigkeit halber ganz kurz: REDs ist ein medizinisches Syndrom, das bei Sportlerinnen (auch Hobby-Leistungsssportlerinnen) auftauchen kann, wenn viel zu wenig Energie zugeführt wird. Das führt zu Zyklusstörungen bis hin zum Ausbleiben der Regelblutung, Ermüdungsbrüchen, Osteopenie/Osteoporose, Infektanfälligkeit und auch die Psyche leidet. Natürlich auch die Leistungsfähigkeit.

Die Faustformel:

Energieverfügbarkeit (in kcal) = (Energiezufuhr – Energieverbrauch durch Training) / fettfreie Masse

Die Grenzwerte, die du in der Literatur findest, stammen vor allem aus Kurzzeitstudien an jungen, schlanken Frauen. Für Frauen in den Wechseljahren oder mit höherem Körperfettanteil sind sie nicht einfach übertragbar. Eine Zahl allein sagt also wenig. Es zählt das Gesamtbild! Wenn aber chronisch zu wenig zugeführt wird, dann steigt eben das Risiko für hormonelle Störungen, Knochenabbau und sinkende Leistungsfähigkeit.

Ok, nicht alles ist LEA!

Nicht jede Müdigkeit, jeder Haarausfall und jede Osteopenie kommt vom zu wenig essen. Auch die Wechseljahre selbst, die Schilddrüse, ein Eisenmangel, Vitamin-D-Mangel, Zöliakie oder Medikamente können dahinterstecken. Deshalb gehört eine ärztliche Abklärung dazu, zum Beispiel:

  • Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4)
  • Ferritin und Blutbild
  • 25-OH-Vitamin D
  • bei Bedarf Knochendichtemessung (DXA)
  • Hormonstatus, wenn Beschwerden stark sind

Und: Wenn dein Verhältnis zum Essen von Angst, Zwang, Kontrollverlust oder Schuldgefühlen geprägt ist, kann auch eine Essstörung dahinterstehen. Dann ist professionelle Unterstützung zur Abklärung, gegebenenfalls auch psychotherapeutisch, ein wichtiger Schritt.

Fladenbrot mit Gemüse, griech. Joghurt und Zataar

Wie entsteht LEA?

LEA entsteht nicht nur durch Sport. Typische Auslöser sind:

  • Jahrelanges Dauerdiäten: ein Programm nach dem anderen, ein ständiges „drunter bleiben“, bzw. unter/knapp am Grundumsatz essen.
  • Zu wenig essen bei gleichzeitig viel Bewegung: Training, Schrittziele und Sport, ohne dass das Essen angepasst wird
  • Mahlzeiten auslassen: Kaffee statt Frühstück, lange Pausen, abends dann „nachholen“
  • Unterschätzter Bedarf: viele Frauen rechnen mit Werten von früher oder mit Zahlen aus dem Internet, die nicht zu ihrem Körper passen
  • Starre Essensregeln: „keine Kohlenhydrate“, „16:8“, „OMAD“, „nur vegan“ (aber ohne ausreichend Eiweißquellen)…
  • Appetitverlust durch Stress: wer viel Stress hat, isst oft unbewusst zu wenig
  • Ein Körper, der sich angepasst hat: nach Jahren knapper Zufuhr sinkt der Energieverbrauch, weil er Sparflamme gelernt hat

Das Tückische: Es muss nicht von außen „dünn“ aussehen. LEA kann bei Normalgewicht und sogar bei Übergewicht vorkommen und sogar wenn nicht viel Sport betrieben wird.

Woran du es erkennen kannst

Die folgenden Zeichen sind unspezifisch. Jedes einzelne kann auch andere Ursachen haben. Je mehr Punkte aber zutreffen, desto eher lohnt sich ein genauer Blick auf dein Essverhalten, deine Energiezufuhr und deinen Verbrauch:

  • Ich bin dauerhaft müde, obwohl ich „eigentlich alles richtig mache“
  • Ich friere schnell, auch wenn es anderen warm ist
  • Ich habe häufiger Infekte oder erhole mich langsam
  • Meine Haare werden dünner oder brüchig, die Nägel splittern
  • Ich schlafe schlecht oder wache nachts auf
  • Ich bin gereizt, antriebslos oder schnell überfordert
  • Ich habe abends Heißhunger oder Naschattacken, die ich nicht kontrollieren kann
  • Ich habe unter Tags kaum Hunger und kann leicht ohne Essen auskommen
  • Ich lasse regelmäßig Mahlzeiten aus oder esse bewusst sehr wenig
  • Mein Gewicht bewegt sich trotz „wenig Essen“ kaum
  • Ich habe Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl oder Verstopfung
  • Ich leide an Verletzungen, Sehnenproblemen oder hatte schon Stressfrakturen
  • Mir wurde Osteopenie oder Osteoporose diagnostiziert
  • Meine Regel ist ausgeblieben oder unregelmäßig geworden (außerhalb der Wechseljahre)
Rote Rüben Brownies mit Drachenfrucht

Unter Tags kein Hunger, aber am Abend kommt die Naschattacke

Ein Punkt, der mir in der Beratung besonders wichtig ist:

Naschattacken sind keine Willensschwäche, sondern ein Zeichen.

Wer tagsüber zu wenig isst, gerät in einen Energiemangel. Der Körper reagiert darauf mit Hunger, Heißhunger und dem Drang nach schnell verfügbarer Energie, also nach Süßem. Abends, wenn der Tag vorbei ist und die Kontrolle nachlässt, holt er sich dann, was ihm fehlt. Oft in einer Menge, die den Mangel nicht ausgleicht, aber trotzdem reicht, um sich schlecht zu fühlen und den Bauchumfang wachsen zu lassen, weil auch das Timing beim Essen eine Rolle spielt.

Das ist kein Binge Eating im klassischen Sinn und auch kein Charakterfehler. Es ist eine logische Reaktion auf zu wenig Versorgung.

Typische Muster, die ich in der Praxis sehe

  • Das Frühstück fällt aus oder besteht nur aus Kaffee. Kohlenhydrate gelten als „schlecht“. Wenn Müsli dann proteinarm.
  • Mittags gibt es einen Salat oder nur eine Suppe, „damit ich mich nicht zu voll fühle“.
  • Eiweißquellen sind knapp: ab und zu ein Ei, ein paar Würfel Tofu, sonst Gemüse.
  • Am Abend oder in der Nacht kommt die Naschattacke, oder bereits am Nachmittag im Büro die Naschlade…
  • Das Ziel ist ein flacher Bauch um jeden Preis. Die Knochen, der Schlaf, die Haare und die Energie sind „Nebensache“.

Auch ein Klassiker: Ich bin kein Frühstücken, ich hab da gar keinen Hunger. Und wenn dann sicher kein Brot! Das sind ja Kohlenhydrate und Gluten und….

Ahja. Das halbe Kilo Gummibärchen pro Woche und die Pralinenschachtel und die 3 Aperol, das geht, aber ein Brot zum Frühstück ist „zu viel“? Hmmmm?

Ein Tag im Sparmodus und ein Tag mit guter Versorgung

Der Unterschied liegt selten in einem einzelnen Lebensmittel, sondern darin, wann und wie viel ankommt. Beide Beispiele sind bewusst ohne Zahlen, weil dein Bedarf individuell ist.

Zeitpunkt Sparmodus-Tag Gut versorgter Tag
Morgens Kaffee, „keine Kohlenhydrate“, eventuell im Büro
ein kleiner Snack
Brot mit Ei oder Käse, oder Joghurt oder Skyr mit Haferflocken und Nüssen.

Vegan: ZB Tofu-Aufstrich + Sojaskyr mit Nussmuss und Obst

Mittags Salat oder Suppe, „damit ich nicht zu voll bin“ Warme Mahlzeit mit Eiweiß, Beilage und Gemüse, z.B. Huhn mit Reis und Gemüse
 

Nachmittag

 

Nichts oder Espresso

 

Kleine Zwischenmahlzeit, z.B. Obst mit Nüssen in griechischem Joghurt

Abends Kleine kalte Jause, oder nur Obst, dann Heißhunger, Naschen ohne Ende, danach schlechtes Gewissen Normale Abendmahlzeit mit Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten, ruhiger Appetit, selten Kontrollverlust
 

Was im Körper passiert

 

Energielücke, Eiweißlücke, Stressreaktion, Appetit steigt

 

Stabile Energie, besserer Schlaf, weniger Heißhunger

Kürbisrahmgemüse mit Petersilkartoffel und Skyr

Perimenopause, Menopause, und die laaange Diätgeschichte.

Viele Frauen über 40 haben bereits eine lange Diätgeschichte hinter sich, unter Umständen schon geprägt von der Familie. Ein Programm nach dem anderen, der Jojo-Effekt, die nächste Crash-Diät. Gleichzeitig verändert sich der Körper in der Perimenopause und Menopause stark. Das ist nicht gleich LEA im Sinne der Definition. Aber die Folgen können sich ähnlich anfühlen und sich gegenseitig verstärken.

Hormone: Östrogen sinkt, Progesteron schwankt. Das beeinflusst Schlaf, Stimmung, Temperaturregulation, Fettverteilung (mehr am Bauch) und Knochen. Wer dazu noch wenig isst, belastet das System zusätzlich.

Knochen: Nach der Menopause nimmt die Knochendichte ohnehin leichter ab. Chronische Unterversorgung mit Energie, Eiweiß, Calcium und Vitamin D kann das beschleunigen. Eine Osteopenie ist deshalb nie „nur das Alter“.

Muskeln: Mit den Jahren geht Muskelmasse verloren, und mit zu wenig Eiweiß und wenig Krafttraining noch schneller. Weniger Muskulatur bedeutet einen niedrigeren Energieverbrauch und eine schlechtere Blutzuckerregulation. Das, was viele Frauen mit einer Diät eigentlich verhindern wollen. Viele Frauen machen nur Cardio, oder nur ein bisschen Yoga, oder auch gar nichts, und das ist alles weit weg von hilfreich für die Muskulatur.

Stoffwechsel: Nach jahrelangem „Sparen“ stellt sich der Körper darauf ein. Der Energiebedarf sinkt, verschiedene Stoffwechselwege funktionieren nicht mehr so gut. Das Gewicht lässt sich schwerer halten, und das Gefühl „ich esse ja nichts und nehme trotzdem zu“ ist oft ein Zeichen für einen – ich sag mal – müden Stoffwechsel, nicht für mangelnde Disziplin.

Psyche: Ständige Kontrolle, Verbote, schlechtes Gewissen und das Gefühl, immer zu versagen, belasten. Dazu kommt, dass der Energiemangel selbst Stimmung, Stressresilienz und Konzentration verschlechtert.

Mikronährstoffe: Wer wenig isst, deckt auch den Bedarf an Eisen, Eiweiß, Jod, B-Vitaminen, Calcium und Vitamin D (und vielen anderen Mikronährstoffen) schlechter. Besonders bei vegetarischer oder veganer Ernährung muss die Planung sitzen, sonst entstehen Lücken. Und ein Eisenmangel wird von wenig essen sicher nicht besser.

Frittierte Sardinen

Erste Schritte raus aus dem Energiemangel

Das Ziel ist nicht, von heute auf morgen alles umzukrempeln. Dein Körper braucht Sicherheit, um den Sparmodus zu verlassen. Das gelingt in kleinen Schritten, nicht mit dem nächsten radikalen Plan.

  • Regelmäßig essen: Plane drei Hauptmahlzeiten ein, bei besonderen Belastungen auch Zwischenmahlzeiten. Das stabilisiert Energie und Appetit.

  • Frühstücken, auch wenn es ungewohnt ist: zum Beispiel Brot mit Ei oder Käse, Joghurt mit Haferflocken und Nüssen, Porridge mit Eiweiß
  • Bei jeder Mahlzeit Eiweiß dabeihaben: Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Fisch, Fleisch, Tofu, Tempeh
  • Kohlenhydrate wieder erlauben: Vollkornbrot, Kartoffeln, Reis, Haferflocken, Obst langsam wieder steigern. Sie sind keine Feinde, sondern Energielieferanten.

  • Gesunde Fette einbauen: Olivenöl, Nüsse, Samen, fetter Fisch

  • Naschen erlauben: wer ordentlich isst, ist auch mit einem kleineren Dessert zufrieden

  • Krafttraining einplanen: mindestens zwei Einheiten pro Woche für Muskeln und Knochen

  • Bewegung und Essen aufeinander abstimmen: wer viel trainiert, muss auch ausreichend nachtanken
  • Schlaf und Stress ernst nehmen: sie beeinflussen Hunger und Regeneration massiv

  • Werte abklären lassen: Schilddrüse, Eisen, Vitamin D, Knochendichte
  • Hilfe holen: eine Beratung hilft, den eigenen Bedarf zu klären und den Weg heraus aus dem Sparmodus zu planen

Kräftige Hühnersuppe

Woran du Fortschritt merkst, auch ohne Waage

Die Waage erzählt nur einen kleinen Teil der Geschichte. Diese Zeichen zeigen oft früher, dass sich dein Körper sicherer fühlt:

  • Du hast tagsüber mehr Energie und weniger Nachmittagstief
  • Du schläfst besser durch
  • Der Heißhunger am Abend wird leiser
  • Du denkst weniger ans Essen
  • Du hast wieder eine Verdauung ;)
  • Du frierst weniger
  • Du wirst seltener krank und erholst dich schneller
  • Du fühlst dich im Training kräftiger
  • Deine Stimmung ist stabiler

Gib dir dafür Wochen bis unter Umständen Monate. Dein Körper hat Jahre gebraucht, um sich an die unzureichende Versorgung anzupassen, umgekehrt gehts nicht von heut auf morgen.

Feigenquiche

Sieh dir das an, das ist lächerlich! (nicht meine Quiche natürlich ;) )

Wer ist schuld? Die Diätkultur…

Ich gebe die Schuld nicht den Frauen, die in diesem Muster stecken. Ich gebe sie einer Kultur, die uns jahrzehntelang eingeredet hat, dass weniger (schmaler, zarter, schlanker, …) immer besser ist.

Da sind die Videos mit „What I eat in a day“ und perfekt lackierten Fingernägeln. Da sind die „Du brauchst nur ein ordentliches Defizit“- Sprüche. Da sind Modeindustrie und Marketing mit ihren unrealistischen Standards und Versprechen.

Und wenn ich für ein Posting nach Bildern zum Stichwort „gesunde Frau“ suche, was finde ich dann? Bilder von sehr schlanken Frauen mit kleinen Salatschüsseln, grünen Smoothies und Gemüsesticks, glücklich lächelnd, am liebsten bauchfrei in irgendeiner Yoga-Pose. Das ist nicht gesund, das ist ein Klischee. So soll das Weibchen heutzutage sein? Ehrlich jetzt? Wenn du Portionen isst, die kleiner sind als die deines kleinen Mädchens zu Hause, dann passt was nicht!!! Darum habe ich auch bei diesem Beitrag bewusst meine persönlichen Bilder von gesunden Gerichten eingebaut.

Gesund ist eine Frau, die gut versorgt, kräftig, belastbar und stabil ist! Und das hat noch laaange nix mit BMI, Umfängen und Kleidergrößen zu tun.

Frühstück wie es sein soll, proteinreich und vitalstoffreich

Aber was ist, wenn ich zunehme? Und brauch ich nicht einfach nur ein Defizit zum abnehmen?

Das ist die Frage, die in der Beratung fast immer kommt. Ja, leider lässt sich das nicht für jede Frau vorhersagen. Manche halten ihr Gewicht, manche nehmen anfangs ein paar kg zu, weil sich Wassereinlagerungen, Verdauung und Stoffwechsel erst wieder einpendeln. Wichtig ist, das zu besprechen und auch gemeinsam auszuhalten.

Und bezüglich Defizit, jetzt rekapituliere bitte mal, was ich bisher geschrieben habe. Der Körper hat einen Grundumsatz um seine Funktionen aufrecht zu erhalten. Du isst seit Jahren knapp unter dem Grundumsatz. Wo soll denn noch ein Defizit herkommen???

Anders gesagt: Es geht nicht um „mehr“ oder „weniger“ essen, sondern um genug und regelmäßig.

Protein-Porridge mit Apfel und Zimt

Häufige Fragen

Muss ich zunehmen? Nicht automatisch. Ob und wie sich dein Gewicht verändert, hängt von deiner Ausgangslage ab. Wir klären das gemeinsam und planen es individuell.

Wie lange dauert es, bis es mir besser geht? Schlaf, Energie und Heißhunger bessern sich bei vielen innerhalb von Wochen bis Monaten. Knochen und Muskeln brauchen deutlich länger.

Ist das eine Essstörung? Nicht zwangsläufig. Chronisches Zuwenigessen ist nicht dasselbe wie eine Essstörung, kann aber in eine übergehen oder mit ihr verwandt sein. Wenn Angst, Zwang oder Kontrollverlust im Vordergrund stehen, hol dir zusätzlich professionelle Unterstützung.

Darf ich weiter Sport machen? Ja, aber abgestimmt auf dein Essen. Wer viel trainiert, muss auch ausreichend nachtanken und regenerieren.

Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel? Das entscheiden Blutwerte und Ernährung, nicht dein Bauchgefühl oder die Werbung. Frag vor dem Kauf nach.

Fazit am Schluss

Kalorien sind Energie, und Energie ist keine Belohnung, die man sich verdienen muss, sondern die Grundlage für Gesundheit und Fitness. Wer jahrelang zu wenig isst, zahlt dafür oft mit Energie, Knochen, Muskeln, Schlaf, Stimmung und Stoffwechsel. Das ist so weit weg von Health & Longevity wie nur irgendwas.

Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst: Du bist nicht allein, und es gibt einen Weg heraus. Du weißt ja, wo du mich findest.

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Ich bin Birgit, Diätologin „der anderen Art“, manchmal frech, und mit Leidenschaft bei den Themen gesund und fit älter werden & jung und fesch bleiben für Frauen 40 plus. Ja, wenn du ein Mann bist und deinen Lebensstil umkrempeln willst, bist du auch herzlich willkommen!

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